Ideen zur Hundeerziehung

Du willst deinen Hund erziehen? 10 Dinge, die du wissen solltest

Du willst deinen Hund erziehen? 10 Dinge, die du wissen solltest

“Einen Hund haben ist toll”, sagt Mary und sagt dann: "Aber… nachdenklich schaut sie in die Runde… "aber der Hund muss folgen, sonst wird das ein Spießrutenlauf."

Mary muss es wissen. Sie hatte eine Zeit lang einen Hund, der nicht folgte oder nur manchmal oder nur in bestimmten Situationen.

Mary sagt: Mein Hund konnte total gut sitz und bleib.

Gruende warum das mit der Hundeerziehung nicht klappt

Platz und Sitz sind statische Kommandos und immer ein Anfang… Aber eben auch nur die halbe Miete.

Aber wenn ich mal gerufen habe, kam er nicht, nur manchmal.

Anfangs, sagt Mary schon, aber dann nicht mehr. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel war das weg.

Da war der Hund gerade mal 12 Monate alt.

Und … fährt Mary weiter fort, das bleibt ja nicht bei einem nicht kommen. Das „nicht zurück kommen“ hat ja Konsequenzen: Eine Rauferei, weggelaufen wegen einer läufigen Hündin... wegen ..., jagen gehen …

Am Ende, so erzählt sie, hatte sie nur noch Angst, vor jedem einzelnen Spaziergang. Sogar den Hund wegzugeben hatte sie mal gedacht, soll sich doch wer anders mit dem Hund rumschlagen, war ihre Idee. Aber sie wusste: Das waren meine Fehler, die ich gemacht habe und ich hatte ihn ja trotzdem lieb. Zu Hause war er der beste Hund, den man sich wünschen konnte. Zutraulich, lieb und anschmiegsam. 

Aber sobald wir raus sind, legte er den Schalter um. Da war ich dann Luft für ihn. Die Gefühle, die sie mit Burney durchlebte, erzählt sie: Gingen von Freude und Stolz über in Wut und Scham.

Natürlich hatte sich Mary Hilfe geholt, eine Schleppleine sollte es richten. Ein Maulkorb. Eine Schleppleine gegen das Abhauen und ein Maulkorb gegen die Beißereien mit anderen. Beides legte sie nach ein paar Monaten wieder beiseite. Die Schleppleine hatte sich einmal in einem Ast verfangen, als er es doch geschafft hatte sich loszureißen. Burney hing 2 volle Tage fest und fing an das Ding durchzubeißen. Seitdem wusste er, wie er der Schleppleine entkommen konnte. Den Maulkorb legte Mary nicht mehr an seit dem Tag, als ein anderer Hund Burney stellte und dieser sich nicht wehren konnte.

Maulkorb als Erziehungshilfe

Ein Maulkorb zur Sicherheit und als Erziehungshilfe hilft zwar, regelt aber nicht alles.

Burney starb, wie er gelebt hatte. Ohne Mary. Er wurde von einem Zug überfahren. Sobald Mary die Geschichte erzählt, hat sie Tränen in den Augen. Sie sagt: Das sind Tränen des Mitleids und des Vorwurfs. Sie hofft, dass er mit einer läufigen Hündinnen-Spur in seiner Nase überrollt wurde und gleich tot war.

Das, was Mary beschreibt, ist kein Einzelfall und selten geschehen die Dinge, weil man es so wollte. 

Mary behauptet in ihrer Erzählung sogar, dass anfangs alles auf einem guten Weg war, warum konnte das Zusammenleben mit Burney dann doch schiefgehen?

Mary ist passiert, was vielen Hundebesitzer*innen passiert: 

  1. der Hund kommt zu einem und man wartet mit der Erziehung bis sich bereits erste Probleme, die oftmals noch gar nicht sichtbar sind, schon aufgebaut haben
  2. man erzieht sofort, ist auf einem guten Weg und lässt dann locker
  3. man erzieht nur an manchen Tagen und lässt es zwischendrin schleifen oder den Hund Hund sein
  4. man weiß es einfach nicht besser

Jeder einzelne dieser 4 Punkte reicht aus, um am Ende einen Hund zu erhalten, der jagen geht, nicht kommt, wenn man ruft, seine eigenen Wege geht, der an der Leine zieht und für den bei Fuß bleiben ein Fremdwort ist. Und das sind noch die normalsten Probleme, die entstehen können, wenn man beim Erziehen nicht weiß, worauf es ankommt, es gibt sie auch in richtig schlimm.

Hunde können ein Leben verändern - in die eine, wie in die andere Richtung.

 

Es gibt einen gemeinsamen Nenner, die diese 4 Punkte gemein haben und ich löse ihn in diesem Artikel für dich auf: Quick and easy:

 

Der größte Fehler: Unwissenheit und menschliches Denken

 

Ihre größten Fehler kennt Mary heute. Sie hat, bevor sie sich wieder einen Hund zugelegt hat, einen Online-Kurs belegt und da ist ihr vieles klar geworden.

Sie sagt: “Ich habe mich auf meinen anfänglich guten Erziehungs-Ergebnissen ausgeruht. Nicht wissend, wie sich der Hund weiter entwickeln wird. Heute weiß ich, das war zu früh.

Mary kann ihre Fehler einzeln aufzählen. Sie kennt sie. Hätte sie damals gewusst, was sie heute weiß, würde Burney noch leben und auf ihren Rückruf folgen, da ist sie sich sicher.

Hundeerziehung klappt nicht immer
Vielleicht war da die Welt noch in Ordnung mit der Erziehung

Burney steht für viele Hunde in Deutschland und Mary für viele Hundebesitzer|innen.

Würden wir nun über Marys Fehler diskutieren, würden wir bei Dingen anfangen von denen Mary und Burney noch weit entfernt waren, weil sie es nicht besser wußte. Denn die 10 schlimmsten Fehler, die einem Hund das Leben kosten können, sind nicht die falsche Erziehungsmethode oder ein Leckerli zuviel oder zu wenig. 

Die 10 schlimmsten Erziehungsfehler haben einen ganz anderen Ursprung, du wirst staunen.

Die Top 10 Fehler von Mary und vielen anderen Hundebesitzer|innen:

  1. Das wird besser. Das ist eine Phase
  2. Lange Spaziergänge
  3. Konsequenz sein oder nicht - den Hund entschuldigen
  4. Fehler zulassen
  5. nicht handeln, obwohl es schlimmer wird
  6. zu wenig Wissen
  7. den Hund zu gerne mögen
  8. Den Hund nicht mehr kennen & aufgeben
  9. Falsch reagieren oder gar nicht reagieren
  10. Ausreden

 

1. Das wird besser, das ist eine Phase

Mary hat, anders als andere Hundebesitzer*innen, schon im Welpenalter mit der Erziehung angefangen. Die ersten Wochen und Monate folgte der Jungrüde 1a. Dann begann Mary die Spaziergänge zeitlich auszudehnen. Sie wusste: Diese lange Zeit kann sich der junge Hund nicht mehr auf sie konzentrieren. Was bedeutete: Mehr Freizeit für den Jungrüden stand nun auf dem Programm. Mehr Freizeit bedeutet: Der junge Hund konnte seine Bedürfnisse auf jedem Spaziergang ausbauen und daran feilen: Wildspuren, Hündinnen, kastrierte Rüden … Schnuppern und suchen war bald seine Leidenschaft. In seinem Gehirn schalteten sich alle Synapsen auf Grün und seine Endorphine jagten durch den Körper. Jede einzelne Spur glich einem Glücksgefühl und je länger er auf ihnen verweilen konnte, desto stärker wurde der Drang, mehr davon haben zu wollen.

Marys Anwesenheit war in dieser Zeit komplett gelöscht. 

Ab und zu hörte er dumpf in weiter Ferne ihr rufen, folgte aber nicht und das war Konsequenzen-los für ihn. 

Zu diesem Zeitpunkt dachte Mary noch,  dass sich das Verhalten wieder verändern würde. Zumal Burney in der Hundeschule immer noch glänzte und sogar als Vorzeigeschüler gehandelt wurde. Klar, Hundeschule, eingezäunter Bereich, keine Spuren, kein Wild, kein Wald, nur Mary und ihre Leckerli. Wer hätte dazu dann nein gesagt? 

2. Lange Spaziergänge

Mary wußte bereits, dass man mit Welpen und Junghunde keine langen Spaziergänge, wegen des Knochwachstums, unternehmen sollte - sie sagt diese Zeit war die Hölle - denn bitte was soll man sonst mit einem Hund machen? Sie sehnte die Zeit in der der Hund alt genug sein würde, um endlich lange Einheiten mit ihm gehen zu können, geradzu herbei.

Das sind die beiden meistgemachte Fehler in der Hundeerziehung: entweder man beginnt früh dafür zu genau mit der Hundeerziehung und hört dann genauso zu früh wieder auf oder man beginnt zu spät und hört dann aufgrund der erschwerten Bedingungen wieder zeitnah auf.

Beide Strategien führen zu keinem guten Ergebnis.

3. Konsequent sein oder nicht, den Hund entschuldigen

Einmal hat Burney einen Dackel gepackt und geschüttelt, weil der an seiner Schnupperstelle auch schnuppern wollte. Der Besitzer des Dackels ist ausgeflippt, aber Mary meinte nur „selbst schuld“, dann muss er halt woanders schnuppern. Überhaupt stieg die Zahl, in der Burney unangenehm auffällig wurde. Mary sagte, sie hätte das als Halbstarken-Gedöns weggesteckt. Sie dachte: Wenn der mal im Besitz aller Hormone ist, pendelt sich das wieder ein.

Dem war nicht so. Mit 18 Monaten verbeißt sich Burney in einen Mischlingsrüden, es ging wieder um eine Schnupperstelle, eine Ressource, die Burney nicht teilen wollte, und nur weil der andere Hund das gleiche Kampfgewicht hatte, ging der Fall (bei den jeweiligen Versicherungen) glimpflich aus. 

Mary mied ab dato diese Ecke als Spaziergehrunde und ging hier nur noch antizyklisch. Dann, wenn mit wenig Hunden zu rechnen war. An Übungen mit ihr hatte Burney seit langem schon kein Interesse mehr, nur in der Hundeschule am Samstag schien die Welt noch in Ordnung.

4. Fehler zulassen

Die Fehler, die sich zwischen ihr und Burney einschlichen, die unzählig ignorierten Kommandos … all das wurde von ihr toleriert. Immer mit dem Denken: wenn der Hund erst einmal fertig entwickelt ist … dann. Bis zu diesem Tag X und wann der kommen sollte, wusste niemand, konnte sich Burney völlig frei selbst erziehen und entwickeln. Und zwar zu seinen Gunsten, seinen Bedürfnissen als Rüde entsprechend.

Fehler, die anfangs, in jungen Monaten, leicht korrigiert werden hätten können, wurden nun zu Problemen. 

5. nicht handeln, obwohl es schlimmer wird

Natürlich fühlte sich Mary schon lange nicht mehr wohl in ihrer Haut, wenn sie ehrlich war, aber ehrlich sein und handeln sind zwei Paar Stiefel. Ehrlich war Mary nur zu sich selbst, und das auch nur manchmal, wenn sie besonders merkte, dass sie Burney gar nicht mehr im Griff hatte. Die andere Zeit verwöhnte sie ihn glücklich zu Hause auf der Couch. Da nahm sie ihm auch das Versprechen ab, dass sich bald alles zum Guten ändern würde.

6. zu wenig Wissen

Mary sagt, sie hatte schon Ahnung von Hunden. Aber die reichte bei Weitem nicht aus. Hin und wieder hat sie ein Buch über Hundeerziehung gelesen oder Youtube Videos geschaut, aber geholfen hätte ihr das nicht. Sie wusste ja nicht einmal, was gerade überhaupt falsch lief, nachdem der Beginn so vielversprechend war und sie wusste auch nicht, wo sie hätte ansetzen müssen.

Auf was hätte sie achten und was verändern müssen. Denn zu Hause war er perfekt sagte sie in dem Gespräch immer wieder 

7.  Den Hund zu gerne mögen

Mary liebte den gut aussehenden Jungrüden, der immer wieder bewundernde Blicke auf sich zog über alles. Heute sagt sie: so verrückt das klingt, aber sie wollte von Burney gemocht werden. Und nicht nur gemocht, sie wollte für ihn speziell sein – genauso wie er es für sie war. Mary ist zu diesem Zeitpunkt 36 Jahre alt. Dass dieses „speziell sein zum Hund“ so nicht funktioniert, weiß sie heute. Damals ließ sie, um seine Zuneigung nicht zu verlieren, vieles durchgehen, den Rückruf, das hastige Aussteigen aus dem Auto, das Knurren wegen des Nachbarsrüden … 

Sie wollte von ihm gemocht werden und da waren ihr Leckerlis verteilen lieber, als den Hund zu korrigieren oder ihm sogar etwas vorzuenthalten.

Er sollte sich wohlfühlen und gerne bei ihr sein.

Heute weiß sie, dass sie den Hund einfach zu gerne mochte. Sie hatte ihm immer wieder alles verziehen, auch wenn in diesem Verhalten wahrscheinlich zudem eine Portion "Faulheit" lag.

Aber das gerne mögen war ja nicht das Problem, sagt sie beschwichtigend – das Problem war nie zu hinterfragen, ob es ihm in der Rolle, in der er mittlerweile war, auch gut ging. Einen Hund zu mögen heißt, Verantwortung für ihn zu übernehmen und das heißt zu schauen, dass er in seinem zu Hause (in seinem Alltag) am richtigen Platz ist. Deshalb kann man den Hund ja trotzdem total gerne mögen, aber eben mit dem Blick, ob es ihm auch gut geht. Man muss sich fragen, ob es einem Hund gut geht, wenn der ständig in Konflikte gerät? Klar ist ihr heute, dass ein Hund sich von alleine nicht mehr aus dem Kreislauf, in dem er steckt, herausziehen kann, sondern dass sie als Besitzerin das hätte in Angriff nehmen müssen.

 

8. den Hund aufgeben

Lange Zeit glaubte sie den Hund in- und auswendig zu kennen. Das war dann plötzlich vorbei. Zwischen dem 15 und 24 Monat hatte sie gefühlt einen fremdbestimmten Hund mit sich auf den Spaziergängen. Zu Hause war alles wie immer. Aber sobald sie rausgingen, zerrte er an der Leine, pöbelte andere Hunde an, bis sie ihn einfach gar nicht mehr an die Leine nahm. Dann war es besser, aber nur, weil er dann auf Abstand pöbeln konnte und sie nicht unmittelbar betroffen war.

Damit fühlte sie sich besser, dem Hund hat das nicht geholfen.

Das war auch die Zeit, in der er oft weggelaufen ist. Nase runter und irgendeiner Spur hinterher. Mary ist oft stundenlang umhergeirrt auf der Suche nach ihm. Sie sagt: Sie kannte ihren Hund nicht mehr, wenn sie ihn endlich gefunden hatte, blickte sie oft in große leere Augen. Das war die Zeit der totalen Hilflosigkeit. In der Zeit hat sie ihn aufgeben. Sie wusste, das ändert sich nicht mehr, zumindest nicht von alleine. 

 

9. Falsch reagieren oder gar nicht reagieren

Einmal, erzählt sie, hat sie ihm die Leine übergebraten, als sie ihn endlich nach Stunden der Suche wiedergefunden hatte. Auf dem Heimweg hat sie nicht ein einziges Wort mit ihm gesprochen und zu Hause hat sie ihre Attacke bereut und sich bei ihm entschuldigt. Sie wusste das nichts mehr richtig ist und hat entweder gar nicht reagiert oder falsch immer mit der Angst im Nacken etwas falsches zu machen oder es noch schlimmer zu machen. Was letztlich ja auch passiert ist. 

10. Ausreden

Nach jedem Vorfall hat sie sich fest vorgenommen: Morgen mache ich alles anders. Morgen gehen wir eine Stunde an der Leine oder ich leine ihn gar nicht mehr ab oder ich fahre mit ihm nur noch am Fahrrad, oder ... Auf jeden Fall fing der Satz immer an mit „Morgen mache ich“ und als der Morgen da war, hatte sich die Wut gelegt und alles fing von vorne an. Diesmal habe ich ihn im Griff, er muss nur angeleint bleiben und schon hörte sie den Klick des Hakens der Halsband und Leine verband. Mary sagte, das Gefühl kam einem Junkie nahe, der sich nach einem gerade gesetzten Schuss von den Drogen verabschiedete. Egal, was es war, sie hatte immer eine Ausrede oder eine Erklärung parat.

 

Diese 10 Punkte wie du es besser machen kannst:

 

  1. Das wird besser. Das ist eine Phase.
    Nein, das wird nicht besser von alleine. What you get is - what you see. Das, was du bei deinem Hund siehst und erlebst wird mehr oder schlimmer, wenn du es nicht veränderst. Denke daran: ein Hund lebt in seinen Bedürfnissen nicht in deinen. 

  2. Lange Spaziergänge

    Lange Spaziergänge mit dem jungen Hund sind für jede Erziehung die ungünstigste Voraussetzung, die es gibt, denn stell dir vor du bist ein kleines Kind und jemand macht mit dir einen Ausflug in einen sagen wir mal Park. Dort gibt es viele andere Kinder, große und kleine, leichte und schwere, alte und junge.

    Du kennst die alle nicht und du weißt auch noch nicht viel von der Welt und genaugenommen bist du auch noch ziemlich ungeschickt in dem, was du tust.

    Aber du denkst, du bist ja nicht alleine da und blickst dich um. Dein Beschützer*in telefoniert gerade und ist überhaupt nicht bei der Sache – dabei war doch der stundenlange Spaziergang gestern im Wald schon völlig überfordernd für dich. 

    Es kommt das erste Kind auf dich zugerannt und... überrennt dich.

    Die ersten zwei Jahre sind Spaziergänge für dich und deinen Hund da - du sollst ihn kennenlernen und er dich auch. Das Rausgehen wird zeitlich nach Alter gesteigert umd den Hund und dich nicht zu überfordern, denn wie Mary richtig sagte: diese Phase ist die schwerste und für viele die nervigste Phase. Es ist jedoch zugleich die wichtigste - denn sie stellt die Weichen dafür, wie die kommenden 10 gemeinsamen Jahre miteinander verlaufen werden.

    Ich empfehle kurze, dem Alter- und Ausbildungsstand des Hundes angepasstes Rausgehen. Dabei geht es nicht um "Strecke machen", sondern um die Gemeinsamkeiten, die man erlebt oder miteinander unternimmt. Das Iphone bleibt zu Hause mitgenommen werden Leckerlis und jede Menge Ideen wie man seinen Junghund beschäftigen und zugleich erziehen kann.


  3. Konsequent sein oder nicht - den Hund verteidigen
    Konsequent sein ist ein großes Wort und nur wenige von uns sind es oder können es sein weil es bereits in seiner Aussage missverstanden wird.

    "Konsequent bedeutet: gleich sein im Ergebnis nicht in dem was man tut."

    Ja wir brauchen diese Konsequent sein damit der Hund uns und das was wir von ihm wollen, verstehen und einordnen kann - wir brauchen sie also für ihn, den Hund. Er lernt so. 

    Jede*r von uns kennt einen Menschen der heute so und morgen so sagt - über Politiker*innen regen wir uns auf, weil es uns bei diesen besonders auffällt wenn sie heute so und morgen so sagen. Wenn wir uns schon nicht wohlfühlen neben so einem Menschen, wie mag sich ein Hund fühlen, der dieses Hick-hack leben muss?

    Dadurch, dass manch eine*r in der Erziehung nicht konsequent ist, fällt einem manche Sache mit dem Hund auf die Füße und dann kommt es zum Streit. Vielleicht sogar mit einem anderen Hundebesitzer*in. Und weil wir eigentlich sagen müßten: sorry ist passiert, weil... nehmen wir den Hund in Schutz... und reden uns ein, dass unser Hund eigentlich ja ganz nett, folgsam oder was auch immer ist. Dem Hund ist das in Schutz genommen werden egal - er wird sich dem so anpassen, was seine Bedürfnisse am besten "matcht".

  4. Fehler zulassen

    Einen Fehler zuzulassen ist eigentlich nicht schlimm. Eigentlich. Die erste Frage ist, was ist es für ein Fehler, wann ist er passiert?

    Fehler, die während des Trainings, der Übung oder der Ausbildung passieren sind gut oder anders nicht schlimm. Fehler machen gehört zum Leben und zum Lernen dazu. Du kannst sie verändern, auflösen, erkennen, damit umgehen…

    Ein Fehler, der passiert, weil wir unseren Hund nicht unter Kontrolle haben, ist schon blöder, denn er zeigt zwei Dinge:

    Der Hund war nicht unter Kontrolle und man ist in keiner guten Verbindung mit seinem Hund. 

    Einen Fehler öfters zuzulassen wird zu einem Problem. Deshalb ist es gut, wenn dir ein Fehler auffällt oder dich bei deinem Hund etwas stört oder er etwas tut, dass du in deinem Alltag nicht gebrauchen kannst: Ändere es sofort. Der Hund kann das alleine nicht mehr ändern, er braucht dich dazu. Warte also nicht darauf, dass es von alleine besser wird.

  5. Nicht handeln, obwohl es schlimmer wird

    Das ist die Fortführung von Punkt 4. Jetzt hat man den Salat, der anfangs leicht behebbare Fehler verselbstständigt sich und wird schlimmer, unbrauchbarer und unberechenbarer. Rechtzeitiges Handeln ist in der Hundeerziehung das Allerwichtigste. Wenn man mal nicht weiß, wie man richtig handeln sollte, hilft eine professioneller Trainer*in deines Vertrauens dir gerne weiter.

    Einen Hund zu führen oder zu haben bedeutet zwei Fähigkeiten in sich zu verbessern: zum einen die Entscheidungsstrategie, zum anderen die Geschwindigkeit in der diese ausgeführt wird.

    Das heißt: passiert heute ein „Fehler oder ein Missgeschick“ mit dem Hund, ist man manchmal für den Moment zu perplex und reagiert deshalb nicht. Aber man kann sich merken, was da geschehen ist und die Situation am nächsten Tag an einem anderen Ort nachstellen und wieder in Ordnung bringen.

  6. zu wenig Wissen

    Im Zeitalter von Google und Co schon fast nicht mehr möglich. Zumindest das theoretische Wissen kann auf einem echt hohen Niveau sein. Der Punkt: es muss dich interessieren. Dein Hund muss dich interessieren. Der erzieht sich nicht von alleine und der findet sich auch nicht alleine in unserem Alltags-System zurecht. 

    Redet man heute von Fairness gegenüber seinem hund heißt das man muss sich mit diesem auch beschäftigen.

    Nur rausgehen reicht nicht.

    Um zu wissen, was ein Hund braucht und welche Anforderungen einen „Hund halten“ an uns stellt, kann man sich kundig machen in 

    - Büchern
    - Onlinekursen
    - Facebook Gruppen
     - YouTube

    Damit schafft man sich theoretisches Wissen an

    Praktisches Wissen erhältst du nur, wenn du dein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzt. Das geht: 

    - alleine 
    - in Hundeschulen
    - bei gezielten Hundetrainer*in
    - mit Freunden

    Ich finde es schwer heutzutage einen guten und klaren Blick auf das Thema Hund und Erziehung zu bekommen. Man kann alles irgendwie so hindrehen, dass es immer gut klingt, auch die bescheuertsten Sachen.

    Vielleicht hilft dieser Satz dir auf der Suche nach deiner Vorgehensweise: Du musst dich damit gut fühlen. Für dich sollte sich dein Umgang mit deinem Hund gut anfühlen, dann kann es so falsch nicht sein.“

  7. den Hund zu gerne mögen
    Was man mag, das sollte man fördern, stimmts? Den Hund nur mögen reicht nicht aus, um in unserem Alltag glücklich zu werden. Also für ihn reicht das nicht aus. Dir schon dich hat man ja lange Zeit an die Hand genommen und dir unser System auf Erden erklärt. Genauso hat das dein Hund verdient. Zeige ihm deine Zuneigung, indem du ihn nicht nur magst, sondern auch richtig top erziehst, denn nur ein Hund, der folgt, kann frei sein.

  8. Den Hund nicht mehr erkennen & aufgeben
    Aufgeben gibt es nicht. Der Hund wird, was du aus ihm machst. Wenn da was schief läuft oder gelaufen ist, Krone richten, aufstehen und ab zur professionellen Hundetrainer|in und ran ans Buffet. Gemeinsam mit deinem Hund kriegst du das hin - du musst nur den ersten Schritt machen, dein Hund kann das nicht.

  9.  Falsch reagieren oder gar nicht.
    Das lernst du bzw. das übst du. Einfach mal reagieren. Nicht hinunterschlucken und auch nicht wegsehen. Beide Strategien helfen bei einem Hund nicht. Das hat ja bei den Kindern schon nicht geholfen, oder? Und ehrlich lieber einmal falsch reagiert aber dafür geübt. Die meisten Missverständnisse geschehen, weil Hundebesitzer|innen alles tolerieren oder ignorieren. Beides ist mist für eine glückliche gemeinsame Zukunft. Da ist ein Fehler? Du siehst etwas, dass dir nicht gefällt: Ändere es jetzt.

  10.  Ausreden
    Don’t fool yourself, oder wenn du es machst mache es heimlich und gehe an was immer deine Ausrede betrifft.

Die gängigsten Ausreden:

  • das macht er sonst nie so
  • das ist das erste Mal
  • das macht er bald besser
  • das kommt mit einem Jahr
  • gestern konnte er das noch
  • wenn er älter wird, gehts besser

Das sind die top Ausreden, die uns vor uns selbst beschwichtigen. Die Wahrheit ist, nichts wird von alleine besser werden. Menschen sind oft Gewohnheitstiere oder faul. Diese Kombination ist für die Hundeerziehung eine gefährliche, denn die Folgen sind weitreichend. 

Deshalb mein Tipp, damit du nicht einmal in einen dieser 10 Gründe tappst: 

  • Mache dir einen Plan oder erstelle dir eine Liste, was dein Hund können muss, um sich in deinem Alltag zu recht zu finden.
  • Überlege, was du dafür tun musst, damit der Hund das lernt und kann. 
  • Was braucht er dafür? 
  • Welche Fähigkeiten muss er haben?
  • Dann wirfst du einen Blick auf deinen Hund und zählst auf, was er schon alles kann oder was noch mit ihm geübt werden muss
  • Der nächste Blick gehört dem: Wie ist dein Hund drauf, was weißt du heute schon über ihn?
  • Jetzt kommt die Frage der Fragen: Weißt du wie du das hinkriegst bei deinem Hund, also kennst du die Lernschritte damit er versteht, was er lernen soll?

Es grüßt Dich Claudia von KeinKoeter.

Noch mehr empfehlenswerte Artikel findest du in meinen Blog Kategorien:

Noch mehr gute Beiträge